„Das Kurzinterview“

Der Regionalsekretär der italienischen Kommunisten, Carlo Carlini, über die anstehenden Landtagswahlen und die Frage, wie man ein Mandat schaffen könnte.

Tageszeitung
Donnerstag, 12. 7. 2008


Interview: Verena Girardi

 

Tageszeitung: Herr Carlini, am Donnerstag fand die Landesversammlung der italienischen Kommunisten statt. Welche Themen kamen dabei zur Sprache?
Carlo Carlini: Wir haben  über die nationale politische  Situation gesprochen, die sich seit  der letzten Landesversammlung vor  anderthalb Jahren stark verändert  hat, und die daraus resultierende Notwendigkeit, uns diesem neuen Kontext anzupassen – auch auf Landesebene. Unsere politische Linie muss sich also ändern.

Inwiefern ?

Die Situation der Links-Parteien hat sich nach der verheerenden Erfahrung der Liste „Arcobaleno“ verändert. Dieses Bündnis hatte kein Projekt, keine Seele und keine gemeinsamen Ziele, zudem hat es die Idee einer linken Konföderation verraten. Für die Bürger war das aber nicht glaubwürdig, und das Desaster bei den Parlamentswahlen war die Folge davon. Die Grünen sind auf nationaler Ebene auf dem Boden, und auf Landesebene müssen sie sich mit den Bürgerlisten zusammenschließen, ein trauriges Schicksal. Die Demokratische Linke hat die Rückenstärkung der Gewerkschaft verloren, klammert sich nun an Rifondazione Comunista und wird auf lange Sicht voraussichtlich von der Demokratischen Partei assimiliert werden. Bei Rifondazione ist auch die Hölle los. Die einzigen, die sich gerettet haben, sind die italienischen Kommunisten, obwohl auch wir Fehler eingestehen müssen.

Was schlagen Sie also vor ?

Alle Kommunisten, sprich: die italienischen Kommunisten und Rifondazione, müssen sich wieder zusammentun. Rifondazione wird damit sicher nicht einverstanden sein, die Wähler brauchen aber Kohärenz.

Welches Wahlziel könnte man zusammen erreichen ?

Ein Mandat ist durchaus machbar. Das Problem ist aber die Frage, ob Rifondazione mittut. Wie es derzeit aussieht, wollen sie sich nämlich nur mit der Demokratischen Linken und den Sozialisten zusammenschließen.



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