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Tageszeitung:
Herr Carlini, am Donnerstag fand die
Landesversammlung der italienischen
Kommunisten statt. Welche Themen
kamen dabei zur Sprache?
Carlo Carlini:
Wir haben über die nationale politische Situation
gesprochen, die sich seit der letzten Landesversammlung
vor anderthalb Jahren stark verändert hat, und die
daraus resultierende Notwendigkeit, uns diesem neuen Kontext
anzupassen – auch auf Landesebene. Unsere politische Linie muss
sich also ändern.
Inwiefern ?
Die Situation der Links-Parteien hat sich nach
der verheerenden Erfahrung der Liste „Arcobaleno“ verändert.
Dieses Bündnis hatte kein Projekt, keine Seele und keine
gemeinsamen Ziele, zudem hat es die Idee einer linken
Konföderation verraten. Für die Bürger war das aber nicht
glaubwürdig, und das Desaster bei den Parlamentswahlen war die
Folge davon. Die Grünen sind auf nationaler Ebene auf dem Boden,
und auf Landesebene müssen sie sich mit den Bürgerlisten
zusammenschließen, ein trauriges Schicksal. Die Demokratische
Linke hat die Rückenstärkung der Gewerkschaft verloren, klammert
sich nun an Rifondazione Comunista und wird auf lange Sicht
voraussichtlich von der Demokratischen Partei assimiliert
werden. Bei Rifondazione ist auch die Hölle los. Die einzigen,
die sich gerettet haben, sind die italienischen Kommunisten,
obwohl auch wir Fehler eingestehen müssen.
Was schlagen Sie also vor ?
Alle Kommunisten, sprich: die
italienischen Kommunisten und Rifondazione, müssen sich wieder
zusammentun. Rifondazione wird damit sicher nicht einverstanden
sein, die Wähler brauchen aber Kohärenz.
Welches Wahlziel könnte man
zusammen erreichen ?
Ein Mandat ist durchaus machbar.
Das Problem ist aber die Frage, ob Rifondazione mittut. Wie es
derzeit aussieht, wollen sie sich nämlich nur mit der
Demokratischen Linken und den Sozialisten zusammenschließen.

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