An die Tageszeitungen und lokalen
Radio-TV-Sender
Betreff:
Petition gegen die Tickets im
Sanitätsbereich
Montag, 3. Februar 2003
von 09.30 bis
13.00 Uhr
im Krankenhaus
Bozen
Lorenz Böhler
Straße 5
wird die Unterschriftensammlung für die
Abschaffung der Tickets im Sanitätsbereich beginnen.
Diese Iniziative
wird wenigstens drei Monate dauern und in ganz Südtirol
stattfinden.
In der Anlage der
Text, der der Petition vorausgeht und die Gründe für
diese Initiative darlegt
Vielen Dank für
Ihre Bemühungen.
Hochachtungsvoll
Der Regionalsekretär
Carlo Carlini
Petition
gegen Tickets im Sanitätsbereich
und vor
allem bei Krankenhausaufenthalt
Herrn
Landeshauptmann
Dott. Luis
Durnwalder
Bozen
Seit nunmehr bereits sechs Monaten hat die Südtiroler
Landesregierung neue Tickets auf Medikamente und andere
Sanitätsleistungen eingeführt. Auf besondere Ablehnung
stoßen die Gebühren für Krankenhausaufenthalte (10 € pro
Tag bis insgesamt 250 € pro Jahr), bei denen wir eine
traurige Spitzenstellung einnehmen: wir sind die einzige
Provinz in Italien mit einer Steuer für Kranke
(einschließlich Langzeitkranken), die einen
Krankenhausaufenthalt in Anspruch nehmen müssen.
Aber auch die generell auf Pharmaka (für das Rezept und
das betreffende Medikament) sowie auf Erste
Hilfe-Leistungen und Krankentransport erhobenen Gebühren
sind gänzlich unausgewogen und treffen vor allem die
sozial Schwächeren.
Die angewendeten Maßnahmen führen in der Praxis den
unglückseligen Mechanismus der „Gesundheitssteuer“
wieder ein, der durch das Haushaltsgesetz der
Mitte-Links-Regierung 2001 endgültig überwunden schien.
Sie rufen erhebliche und berechtigte Proteste von Seiten
derer hervor, die auf öffentliche Gesundheitsleistungen
angewiesen sind, angefangen bei denjenigen Mitbürgern,
die auf Behandlungen und Medikamente besonders
angewiesen sind wie etwa ältere Menschen.
In der Zwischenzeit ist im Gesundheitsbereich eine ganze
Reihe von Maßnahmen der Berlusconi-Regierung
hinzugekommen, die abgesehen von ihren unmittelbaren
negativen Auswirkungen eine eindeutige Zielrichtung
erkennen lassen, und zwar die Zerschlagung des
öffentlichen Gesundheitsdienstes, der trotz
verschiedener Mängel in der Leitung und bei der
praktischen Durchführung das einzige System darstellt,
das jedem einzelnen ohne Unterschied eine umfassende
Hilfe im Bereich der Gesundheit bietet. Leider gehen die
damaligen Maßnahmen der Landesregierung in die gleiche
Richtung wie dieser Plan.
Aufgrund der zahlreichen Proteste unserer Mitbürger hat
der Landesverband Alto-Adige-Südtirol der Partei der
Kommunisten in Italien eine Kampagne zur Sammlung von
Unterschriften unter die nachfolgende Petition gegen die
gesundheitspolitischen Entscheidungen der von Ihnen
geführten Landesregierung und für die Abschaffung
zumindest der besonders ungleich treffenden Gebühren wie
etwa der Krankenhausaufnahmegebühren gestartet.
Die Petition im Wortlaut
Mit Beschluss Nr. 1862 vom 27. Mai 2002 hat die
Südtiroler Landesregierung die Kostenbeteiligung auf
sämtliche Leistungen des Landesgesundheitsdienstes
ausgedehnt und damit praktisch die „Gesundheitssteuer“
eingeführt. Damit hat sie zur Kürzung der vom nationalen
Gesundheitsdienst garantierten Leistungen und zur
Abwälzung der Kosten für Grundleistungen auf die Bürger
beigetragen, und zwar insbesondere auf die älteren und
stärker behandlungsbedürftigen Mitbürger. All diese
Maßnahmen der Landesregierung in Verbindung mit
denjenigen auf nationaler Ebene wie die Abschaffung von
Dienstleistungen – neue Gebühren für die Bürger –
Kostenerhebung bei den Kranken zielen eindeutig auf die
Schwächung des öffentlichen Gesundheitsdienstes
zugunsten privater Dienste und bedrohen in ihrer
Auswirkung ein Grundrecht: das Recht auf Gesundheit
gemäß Art. 32 unserer Verfassung.
Heranziehung der Kranken zu den Kosten: so sieht in der
Praxis das Programm der Landesregierung aus.
Es besteht die konkrete Gefahr, dass der Zugang zu den
Dienstleistungen und das Recht auf Behandlung vom
Einkommen abhängen (Gesundheit je nach Einkommen).
Aus diesen
Gründen
FORDERN DIE
UNTERFERTIGTEN BÜRGERiNNEN
-
DIE RÜCKNAHME IHRES BESCHLUSSES ZUR
EINFÜHRUNG DER TICKETS
-
DIE FINANZIELLE DECKUNG DES
DEFIZITS IM GESUNDHEITSBEREICH DES LANDESHAUSHALTS,
GEGEBENENFALLS UNTER KÜRZUNG ANDERER AUSGABENKAPITEL,
UND ZWAR OHNE BELASTUNG DERJENIGEN BÜRGER, DIE
KRANKENHAUSEINRICHTUNGEN IN ANSPRUCH NEHMEN;
-
DIE NEUFASSUNG DES
LANDESGESUNDHEITSPLANS DURCH EINE NEUE FORMULIERUNG
FÜR EIN NEUES KAPITEL DES SÜDTIROLER
GESUNDHEITSWESENS, IN DEM DAS RECHT AUF GESUNDHEIT,
DIE GLEICHBEHANDLUNG UND DIE QUALITÄT DER LEISTUNGEN
DIE GRUNDLAGE UND ZUGLEICH KONKRETE PRAXIS DARSTELLEN.